Merkurs Pole eisiger als gedacht

Brown-Forscher haben neue Hinweise auf Eisschilde in dauerhaft beschatteten Kratern nahe dem Nordpol des Merkur gefunden. Bild überLeiterlabor/Braune Universität.


Die sengend heiße Oberfläche von Merkur – dem sonnennächsten Planeten – scheint ein unwahrscheinlicher Ort zu sein, um Eis zu finden, aber die Forschung der letzten drei Jahrzehnte hat ergeben, dass sich gefrorenes Wasser auf Kraterböden versteckt, die dauerhaft von den glühenden Strahlen der Sonne beschattet werden. Nun deutet eine neue Studie unter der Leitung von Forschern der Brown University darauf hin, dass es auf der Merkuroberfläche viel mehr Eis geben könnte als bisher angenommen.

Die Studie von Forschern der Brown University,veröffentlicht14. September 2017 inGeophysikalische Forschungsbriefe, fügt der Liste der Krater in der Nähe des Nordpols des Merkur drei neue Mitglieder hinzu, die anscheinend große Eisablagerungen an der Oberfläche beherbergen. Die Forscher schätzen die Gesamtfläche der drei Blätter auf etwa 3.400 Quadratkilometer (1.313 Quadratmeilen) – das ist etwas größer als der US-Bundesstaat Rhode Island.


Zusätzlich zu diesen großen Ablagerungen zeigt die Forschung auch Hinweise darauf, dass kleinere Ablagerungen um den Nordpol des Merkur verstreut sind, sowohl in Kratern als auch im schattigen Gelände zwischen Kratern. Diese Ablagerungen mögen klein sein, aber sie könnten sich zu viel mehr bisher nicht erfasstem Eis summieren.

Die Idee, dass Merkur gefrorenes Wasser haben könnte, entstand in den 1990er Jahren, als erdgestützte Radarteleskope stark reflektierende Regionen in mehreren Kratern in der Nähe der Pole des Planeten entdeckten. Die Achse des Merkur hat keine große Neigung, daher bekommen seine Pole wenig direktes Sonnenlicht und die Böden einiger Krater bekommen überhaupt kein direktes Sonnenlicht. Wissenschaftler berechneten, dass die Temperaturen in diesen ewigen Schatten niedrig genug für stabiles Wassereis sind, da Merkur keine Atmosphäre hat, um die Wärme von umgebenden Oberflächen aufzunehmen. Das ließ die Möglichkeit entstehen, dass diese „radarhellen“ Regionen Eis sein könnten.

Diese Idee hat nach der NASA einen Schub bekommenBOTEDie Sonde trat 2011 in die Umlaufbahn des Merkur ein. Die Raumsonde entdeckte Neutronensignale vom Nordpol des Planeten, die mit Wassereis übereinstimmten. Für diese neue Studie haben die Forscher die MESSENGER-Daten genauer unter die Lupe genommen.

Wie dieses Polareis überhaupt zum Merkur gelangt sein könnte, bleibt offen. DieLeithypotheseist, dass es durch wasserreiche Kometen- oder Asteroideneinschläge geliefert wurde. Eine andere Idee ist, dass Wasserstoff durch Sonnenwind in die Oberfläche implantiert wurde und sich später mit einer Sauerstoffquelle zu Wasser verbindet.




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Fazit: Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Brown University identifiziert drei große Eisschilde an den Polen des Merkur.

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